Warum ich Onboarding als eigenen Workflow behandle
Als eingebetteter IT-Freelancer habe ich wenig Zeit, um produktiv zu werden. Ein unklarer Start kostet sofort Geld und führt oft zu unnötigen Rückfragen. Deshalb behandle ich Onboarding wie einen eigenen Prozess: klar strukturiert, kurz gehalten und so gebaut, dass ich nach wenigen Tagen zuverlässig liefern kann.
1) Rahmen klären: Ziele, Scope, Ansprechpartner
Ich starte mit einer kurzen Klärung: Was genau ist das Ziel meines Einsatzes, wie sieht der Scope aus und wer ist mein fachlicher Ansprechpartner. Ohne diese Basis laufe ich schnell in die falsche Richtung.
Hilfreich ist ein kurzer Einstieg mit drei Punkten:
- Zielbild und Erfolgskriterien des Teams
- Deliverables der ersten 2–4 Wochen
- Ansprechpartner für Fachfragen und Freigaben
2) Zugänge & Berechtigungen sauber anfordern
Ich fordere nur die Zugänge an, die ich wirklich brauche, und achte auf das Prinzip der minimalen Rechte. So vermeide ich Security-Reibung und komme trotzdem schnell voran. Typische Zugänge sind Git, Ticket-System, Kommunikationskanäle, Cloud-Zugang oder VPN, je nach Setup des Kunden.
Sobald die Basis steht, kann ich mich in die Codebasis einarbeiten und die Umgebung lokal nachbauen.
3) Tooling-Setup und lokale Arbeitsumgebung
Ich dokumentiere das Setup konsequent im Repo, damit ich und das Team jederzeit nachvollziehen können, wie die lokale Umgebung aufgebaut ist. Dazu gehören kurze Markdown-Docs und ein reproduzierbarer Ablauf für Installation, Checks und Dev-Start. Gerade als DevOps ist mir wichtig, dass das Setup nicht nur funktioniert, sondern auch sauber wartbar ist.
4) Erste Woche strukturieren
In der ersten Woche geht es nicht um Größe, sondern um Richtung. Ich plane bewusst eine kleine, aber sichtbare Lieferung, die Feedback erzeugt. Typisch ist ein Mini-Feature, ein Bugfix oder ein klares technisches Ergebnis.
5) Automatisierung im Onboarding
Sobald der Ablauf stabil ist, automatisiere ich kleine Schritte: Standard-Checklisten, Vorlagen und wiederkehrende Kommunikation. Hier hilft mir mein Automatisierungsrahmen, den ich im Grundlagenartikel beschrieben habe. Workflow-Automatisierung für Solo-Freelancer
Ein konkretes Beispiel: Ein kurzes Onboarding-Formular legt automatisch ein Ticket an, hängt die Checkliste an und setzt einen Reminder für den ersten Status-Check.
Ein ähnliches Prinzip nutze ich auch in anderen Workflows, zum Beispiel beim Monatsabschluss, wenn es um klare Struktur und schnelle Übergaben geht. Rechnung -> Archiv -> Steuerberater
Kurzfazit
Ein gutes Onboarding ist keine Bürokratie, sondern ein schneller Produktivstart. Wenn Ziele, Zugänge und Tooling sauber stehen, kann ich fokussiert liefern und dem Team früh Wert geben.
FAQ
Wie schnell sollte ich produktiv sein? In der Regel nach ein paar Tagen. Dafür brauche ich klare Ziele, Zugang zur Codebasis und einen Ansprechpartner.
Was ist der wichtigste erste Schritt? Ein kurzer Scope-Check mit dem fachlichen Ansprechpartner. Das verhindert Fehlstarts.
Wie gehe ich mit fehlenden Zugängen um? Ich dokumentiere die Blocker klar, priorisiere alternative Aufgaben und halte den Fortschritt transparent.