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Make vs. Alternativen: Automatisierungs-Tools im Vergleich

Ein praxisnaher Vergleich für Solo-Freelancer: Wann Make passt, wann andere Tools besser sind und wie du dich entscheidest.

Praxisnah Checkliste

Warum dieser Vergleich wichtig ist

Ich habe in den letzten Jahren jedes dieser Tools produktiv eingesetzt - manche länger, manche nur für ein Projekt. Zapier war mein Einstieg, weil es überall empfohlen wird. n8n habe ich auf meinem Homeserver getestet, weil ich Self-Hosting attraktiv fand. Pipedream nutze ich heute noch für einen spezifischen API-Workflow. Und bei manchen Prozessen bin ich zurück zu einem simplen Bash-Script mit systemd-Timer.

Die Wahrheit ist: Kein Tool ist universell besser. Es kommt auf den Prozess an. In diesem Vergleich zeige ich dir, welches Tool wann passt - basierend auf echten Projekten, nicht auf Feature-Listen.

Wenn du zuerst verstehen willst, wie ich Automatisierung grundlegend angehe, starte mit dem Grundlagenartikel. Workflow-Automatisierung für Solo-Freelancer

Die Kandidaten im Überblick

Make

Mein Haupttool für alles, was mehr als 3 Schritte hat. Der visuelle Builder zeigt komplexe Flows auf einen Blick, und die Router/Filter-Logik ist im Basisplan enthalten. Nutze ich für Monatsabschluss, Rechnungsvorbereitung und Kundenstatus-Updates.

Kosten: Free bis 1.000 Credits/Monat, danach ab 9 USD/Monat.

Zapier

War mein Einstieg in Automatisierung. Innerhalb von 10 Minuten hatte ich meinen ersten Zap: Gmail → Slack. Das Onboarding ist unschlagbar. Aber sobald ich Verzweigungen brauchte, wurde es teuer und unübersichtlich.

Kosten: Free bis 100 Tasks/Monat, danach ab 19,99 USD/Monat (Professional) - Multi-Step-Zaps gibt es nur in bezahlten Plänen.

n8n

Habe ich 6 Monate auf meinem Homeserver betrieben. Der Vorteil: Volle Kontrolle, keine Limits, eigene Nodes programmierbar. Der Nachteil: Wartung ist echte Arbeit. Als mein Server einmal 3 Tage offline war, liefen keine Automatisierungen.

Kosten: Self-Hosted kostenlos, Cloud ab 20 EUR/Monat.

Pipedream

Nutze ich für einen einzigen Workflow: GitHub Webhook → eigene Logik in Node.js → Slack. Perfekt, wenn du sowieso Code schreiben willst und nur eine Ausführungsumgebung brauchst.

Kosten: Free bis 100 Credits/Monat, danach ab 29 USD/Monat (Basic mit 2.000 Credits/Monat).

Eigene Scripte + systemd

Mein Backup-Workflow (Datenbank-Dump → S3-Upload → Health-Check) läuft als Bash-Script mit systemd-Timer. Kein externes Tool, keine Kosten, keine Abhängigkeiten. Aber: Änderungen erfordern SSH-Zugang und Linux-Kenntnisse.

Kosten: 0 EUR, aber Zeit für Setup und Wartung.

Entscheidungsmatrix (Kurzform)

Kriterium Make Zapier n8n Pipedream Eigene Scripte
Mehrstufige Logik sehr gut begrenzt gut gut sehr gut
Transparenz & Debugging gut ok gut gut sehr gut
Setup-Aufwand mittel sehr niedrig mittel mittel hoch
Betrieb/Wartung mittel niedrig mittel bis hoch mittel hoch
Self-Hosting möglich nein nein ja nein ja

Empfehlungen nach Kontext

Szenario 1: "Ich will heute noch was automatisieren"Zapier. Beispiel: Neue Calendly-Buchung → Slack-Nachricht an dich. In 15 Minuten live, keine Lernkurve.

Szenario 2: "Mein Prozess hat Wenn-Dann-Verzweigungen"Make. Beispiel: Rechnung eingehend → Prüfen ob > 500 EUR → Ja: Sofort-Benachrichtigung, Nein: Wochensammlung. Router und Filter sind Kernfeatures, kein Upgrade nötig.

Szenario 3: "Ich will keine Daten bei US-Anbietern"n8n Self-Hosted. Beispiel: Kundendaten aus eigenem CRM → Verarbeitung → eigene Datenbank. Alles bleibt auf deiner Infrastruktur. Aber: Du bist für Uptime und Updates verantwortlich.

Szenario 4: "Ich brauche Custom-Code im Workflow"Pipedream. Beispiel: Webhook empfangen → eigene Node.js-Funktion transformiert Daten → API-Call an Legacy-System. Du schreibst echten Code, nicht nur Konfiguration.

Szenario 5: "Der Prozess ändert sich nie und läuft täglich"Eigenes Script. Beispiel: Täglicher Datenbank-Backup um 03:00 Uhr. Ein 20-Zeilen-Bash-Script mit systemd-Timer ist robuster und günstiger als jede SaaS-Lösung.

Wie ich entscheide (mein Kurzprozess)

Ich starte mit dem Prozess, nicht mit dem Tool. Danach entscheide ich:

  1. Brauche ich Verzweigungen oder Datenanreicherung?
  2. Muss das Team mitarbeiten oder reicht ein Solo-Setup?
  3. Wie kritisch sind Logs und Debugging?
  4. Wie oft läuft der Prozess pro Monat?

Diese vier Fragen reichen oft, um Make oder eine Alternative sauber einzuordnen.

Bezug zu meinem Make-Review

Wenn du Make im Detail sehen willst, schau dir meinen Review an, dort gehe ich tiefer auf Stärken, Grenzen und typische Automatisierungen ein. Make für IT-Freelancer: 5 Automatisierungen

Kurzfazit

Make ist eine starke Wahl für Freelancer, die mehrstufige Logik brauchen. Alternativen lohnen sich, wenn der Prozess sehr simpel ist, Self-Hosting gefordert wird oder du bewusst code-nah arbeiten willst.

FAQ

Ist ein Tool immer besser als eigene Scripte? Nein. Wenn der Prozess sehr fokussiert ist, reichen einfache Scripts oft aus.

Kann ich später wechseln? Ja. Wenn die Prozesslogik sauber dokumentiert ist, lässt sie sich meist übertragen.

Was ist der häufigste Fehler bei der Toolwahl? Ein Tool zu wählen, bevor der Prozess klar ist. Das führt zu Komplexität ohne Nutzen.

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